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UNSER HERZSTÜCK:
DIE MUSIK

ANTON BRUCKNER (1824–1869)

Sinfonie Nr. 7 E-Dur

Bearbeitung für Ensemble von Hanns Eisler (1898–1962), Erwin Stein (1885–1958)

und Karl Rankl (1898–1968)

 

LUDWIG VAN BEETHOVEN (1770–1827)

Sinfonie Nr. 9 d-Moll mit dem Schlusschor „Ode an die Freude“ op. 125

Bearbeitung für 4 Solostimmen und Ensemble von Tatsuhiko Nakahara (*1968)

CLAUDE DEBUSSY (1865–1918)

Prélude à l’après-midi d’un faune 

Bearbeitung für Ensemble von Iain Farrington (*1977)

 

PAUL DUKAS (1865–1935)

Der Zauberlehrling 

Bearbeitung für Ensemble von Iain Farrington (*1977)

 

CAMILLE SAINT-SAENS (1835–1921)

Karneval der Tiere 

Für 2 Klaviere und Ensemble

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KAMMERMUSIKALISCH
VERDICHTET:
BRUCKNERS SIEBTE

ANTON BRUCKNER (1824–1896) 

SINFONIE NR. 7 E-DUR

Bearbeitung für Ensemble von Hanns Eisler (1898–1962), Erwin Stein (1885–1958)

und Karl Rankl (1898–1968)

1. Allegro moderato (Hanns Eisler)

2. Adagio (Erwin Stein)

3. Scherzo (Hanns Eisler)

4. Finale (Karl Rankl)

Es war Bruckners berührende Musik, die uns als Ensemble fest zusammengeschweißt hat. Die intensive Auseinandersetzung mit seinem Werk während der Probenarbeit für unsere Einspielung beim SWR im August 2020 hat uns sowohl künstlerisch wie menschlich durch die Corona-Krise gebracht. 

 

60 Jahre alt musste Anton Bruckner werden, um endlich einen durchschlagenden Erfolg zu feiern – mit seiner 7. Sinfonie. Der Siegeszug des Werks kündigte sich schon bald nach der Uraufführung an, mit Aufführungen in allen musikalischen Zentren Europas. Es dauerte nicht lange, da fand die Sinfonie auch ihren Weg nach Übersee, und so wurde Bruckners Siebte weltweit zu einem der beliebtesten Werke der Orchesterliteratur.

 

Für den Verein für musikalische Privataufführungen, den Arnold Schönberg 1918 gründete, entstanden zu Beginn des 20. Jahrhunderts etliche Bearbeitungen von Sinfonien Beethovens, Bruckners und Mahlers – Arrangements von hoher musikalischer Qualität, die eine klare, für den Schönberg-Kreis typische analytische Auffassung der Werke jenseits des romantischen Klangbildes transportieren. Schönberg ging es darum, die Essenz dieser üppig besetzten Werke in einem schlanken Klanggewand zu überprüfen. Eine Aufführung von Bruckners 7. Sinfonie war für das Konzert des Vereins für musikalische Privataufführungen am 18. Dezember 1921 vorgesehen und wurde für diesen Anlass von Schönbergs Schülern Hanns Eisler (Satz 1 und 3), Erwin Stein (Satz 2) und Karl Rankl (Satz 4) arrangiert. Noch bevor es zur Uraufführung kam, war dem Verein das Geld ausgegangen und er wurde aufgelöst. 

 

Heute, genau 100 Jahre später, stehen wir vor einem anderen Dilemma: Die Abstandsregeln der Corona-Pandemie lassen Aufführungen der üppig besetzten Bruckner-Sinfonie im Original nicht zu. Was für ein Glück, dass wir in dieser Situation auf die hervorragend arrangierte Fassung des Schönberg-Kreises zurückgreifen können, um so den Menschen trotz Abstand das Erlebnis der Tiefe und Spiritualität in Bruckners Musik zu ermöglichen. Und es ist ein Erlebnis! – Auch und gerade in dieser konzentrierten, auch emotional verdichteten Form, in der Bruckners Satzkunst fast schon verführerisch gut durchhörbar wird!

 

BEETHOVENS NEUNTE 

LUDWIG VAN BEETHOVEN (1770–1827)

Die 9. Sinfonie gilt als Höhepunkt im Schaffen Ludwig van Beethovens und weit darüber hinaus. Entstanden zwischen 1822 und 1824, hat sie mit ihrem großen Chorfinale auf den Text von Friedrich Schillers „Ode an die Freude“ die Musikgeschichte nachhaltig beeinflusst. Zum ersten Mal setzte Beethoven hier, in seiner letzten Sinfonie, die menschliche Stimme als Instrument ein – mit überwältigender Wirkung! Sein „Freude schöner Götterfunken“ aus dem Finalsatz ist als Europahymne zum klingenden Symbol für Frieden und Völkerverständigung geworden. 

 

2020, als im ersten Lockdown der Corona-Krise die Live-Aufführung groß besetzter sinfonischer Werke – gar mit Chor – unmöglich wurde, haben wir beim japanischen Komponisten Tatsuhiko Nakahara eine Transkription von Beethovens 9. Sinfonie in Auftrag gegeben – speziell für unser ›ensemble balance‹ plus vier Gesangssolist*innen. Als wir im Herbst mit der Einstudierung begonnen haben, hat unser Arrangeur über die Distanz eines ganzen Kontinents hinweg die Proben intensiv verfolgt und sein Arrangement mehrfach angepasst: ein kreativer Prozess, in dem wir gemeinsam die eh schon beeindruckende Arbeit Nakaharas weiter perfektionieren konnten. 

 

Unsere Transkription erklang zum ersten Mal als Livestream im Februar 2021 und wurde von unserem digitalen Publikum enthusiastisch aufgenommen. Seither ist sie ein Paradestück des Ensembles. Mit all ihrer Kraft, die Beethovens Neunte auch in kleiner Besetzung entfaltet, ist diese Sinfonie zugleich ein Mutmachstück, das den Menschen Zuversicht geben kann – gerade in dieser fordernden, schwierigen Zeit.

Sinfonie Nr. 9 d-Moll mit dem Schlusschor „Ode an die Freude“ op. 125

Bearbeitung für 4 Solostimmen und Ensemble von Tatsuhiko Nakahara (*1968)

1. Allegro ma non troppo, un poco maestoso

2. Molto vivace

3. Adagio molto e cantabile

4. Presto – Allegro assai „Freude, schöner Götterfunken“

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EHRFÜRCHTIG ADAPTIERT:
DIE 9.TE

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DER ›KARNEVAL DER TIERE‹ – FÜR KINDER DER GEGENWART

DER KARNEVAL DER TIERE 

CAMILLE SAINT-SAENS (1835–1921)

Der ›Karneval der Tiere‹ ist ein Geschenk: voller unterschiedlicher Rhythmen, schöner Melodien – und voller Humor!

 

Als ›große zoologische Fantasie‹ betitelt, entführt das Werk seine Zuhörerinnen und Zuhörer in eine kuriose Zwischenwelt: es sind die Tiere selbst, die hier den Karneval der Menschen nachfeiern. Für die Dauer der Aufführung übernehmen eigenwillige Tiergestalten die Bühne unserer Vorstellungskraft. So wird der tiefere Sinn des Karnevals, die Verwandlung unserer gemachten Grenzen, auf freud- und gemütvolle Weise gestreift.

 

In Timo Brunkes Textfassung von ›Der Karneval der Tiere‹ kommen die Tiere der Wilhelma aus ihren Käfigen frei und spielen die menschliche Welt mit schalkhafter Inbrunst nach.

Löwen, Kängurus, Wildesel und Schildkröten machen einander die Bühne frei – und die Musik verkörpert die Szenen auf plastisch-freilassende Weise.

 

Möglich, dass die vom Komponisten selbst erstellte Kammermusik-Fassung – bestehend aus Klavier vierhändig, zwei Geigen, Bratsche, Cello, Kontrabass, Klarinette, Flöte und Xylophon – besonders gut geeignet ist, die Ohren junger Hörerinnen und Hörer für die musikalischen Kostbarkeiten dieses Werks zu öffnen.

 

Darum geht das ›ensemble balance‹ mit dieser Produktion sowohl auf jüngere als auch ältere Kinder zu und lädt alle dazu ein, die Ohren zu spitzen, das eigene Lieblingstier in der Musik wiederzuentdecken oder zu warten, wie Komik durch Musik entsteht.